Griechische Würze – Zimt sorgt für ungewohnte Geschmackserlebnisse

10. Juni 2016

ZimtstangenKanéla (κανέλα) wird der Zimt auf Griechisch genannt. Wenngleich der Zimtbaum, aus dessen Rinde er gewonnen wird, nicht in Griechenland heimisch ist, ist Zimt nicht wegzudenken aus dem kulinarischen Griechenland. Manchen griechischen Spezialitäten gibt Zimt eine ganz eigene Note, die ausländische Gaumen oft als unerwartet empfinden. So unerwartet, dass der Zimt Eingang in deutsche Buch- und Filmtitel fand.

Zimt in der Suppe – Rätsel Griechenland nennen Werner Gent und Paul L. Walser eine Entdeckungsreise durch das Land, auf die sie den Leser mitnehmen wollen.
Zimt & Koriander ist der Titel eines wie ein kulinarisches Menü aufgebauten Films, in dem es um die Geschichte einer griechischstämmigen Familie geht, die von der Ausweisung aus der Türkei und von der Liebe zum guten, geselligen Essen geprägt ist. Dieser Titel wurde dem Film für die deutschen Kinos verpasst, da er ganz gut den dominierenden Ersteindruck wiedergibt, der für den ungewohnten Gaumen beim Verkosten der Küche entsteht, auf die sich sein griechischer Titel bezieht: Der Politíki Kusína (πολίτικη κουζίνα), womit die Küche der einstigen Griechen von Konstantinopel (griechisch: Konstantinoúpoli oder kurz Poli) gemeint ist.

Griechische Spezialitäten, in denen Zimt verwendet  wird, sind beispielsweise die köstlichen Smyrneika Souzoukakia und Stifado, egal of aus Kaninchen oder Rind.

Weniger ungewohnt, aber nicht wecapuccinoMitZimtniger lecker ist die Kombination von Zimt mit Süßem, etwa in Gebäck wie melitinia, melomakarona oder kourabiedes. Das ergibt dann Geschmacksnoten, die einem vom Weihnachtsgebäck vertraut sind.

Aber Zimt wird eben auch immer wieder dort verwendet, wo wir nicht mit ihm gerechnet hätten. So wird Cappuccino, der sich neben dem klassischen griechischen Kaffee und dem Frape auch in Griechenland durchgesetzt hat, hier fast ausnahmslos mit ein wenig Zimt statt mit Schoko- oder Kaffeepulver bestreut.

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> Die Griechen von Konstantinopel und ihre Küche

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Allgemein

Poli – DIE Stadt der Griechen

9. Juni 2016

Poli (πόλη) bedeutet im Griechischen schlicht Stadt. Es steht jedoch – groß geschrieben – auch für eine ganz spezielle Stadt – DIE Stadt schlechthin für die Griechen – so bedeutend war und ist sie für sie – obwohl sie nicht auf deren Territorium liegt.

Poli ist eine Kurzform für Konstantinoúpoli, die Stadt am Bosporus, einst von dorischen Siedlern aus dem griechischen Mutterland um 660 v. Chr. unter dem Namen Byzantion gegründet,  dann nach Konstantin dem Großen Konstantinopel (griechisch Konstantinoúpoli) genannt, bis sich nach einer wechselvollen Geschichte spätestens ab 1930 international der Name Istanbul für die heutige Hauptstadt der Türkei durchsetzte. Selten wird er auch in Griechenland gebraucht. Meist nennt man diese Stadt, in der einst viele Griechen lebten, Konstantinoúpoli, noch öfter kurz Poli. Obwohl Flucht- und Vertreibungswellen einmal ab 1922 und dann nochmals ab 1955 die Zahl der Griechen in Istanbul auf wenige Tausend schrumpfen ließ, hat „ihre Poli“ für sie nach wie vor große, nicht nur historische, Bedeutung.

Küche der „Poli“

Die vom kosmopolitischen Amiente führerer Zeiten und orientalischen Noten geprägte phantasievolle Küche der einstigen Griechen von Konstantinopel, die sie nach ihrer Umsiedlung nach Griechenland mitbrachten, erfreut sich als politiki kusina (konstantinopolitische Küche) ungebrochener Beliebtheit.

Religiöse Bedeutung

Im Phanar in Istanbul hat das ökumenische Patriarchat von Konstantinopel seinen Sitz, dessen Patriarch Oberhaupt der orthodoxen Christen ist. Heute ist die Georgskathedrale sein Sitz. Bis zur Eroberung Konstantinopels durch die Türken 1453 war es jahrhundertelang die Hagia Sophia. Das macht die heute als Museum genutzte einstige byzantinische Kirche zu einem bedeutenden religiösen Denkmal für die Griechen. Deshalb regt sich momentan Unmut in Griechenland gegen aktuelle Pläne, während des diesjährigen muslimischen Fastenmonats Ramadan (6. Juni bis 5. Juli 2016) in ihr aus dem Koran vorzutragen.

Weitere Artikel zu verwandten Themen:

> Zimt, eines der bevorzugten Gewürze der politiki kusina

> Die kleinasiatische Katastrophe

Allgemein

Griechische Ostergrüße und -wünsche

1. Mai 2016

Heute ist in Griechenland Ostersonntag. Und so begrüßen und beglückwünschen sich die Griechen zu dem Fest:
Der Fremde mit wenig Griechischkenntnissen kann sich natürlich damit begnügen, seinen griechischen Freunden schlicht „Frohe Ostern!“  zu wünschen, also sagen:

OstereiΚαλό Πάσχα! (buchstabengetreu transkribiert: kaló pásxa!;
gesprochen: kaló pás-cha, wobei der Akzent jeweils auf dem Buchstaben steht, auf dem die Betonung liegt) = wörtlich: Gute Ostern!

EiΧρόνια πολλά! (chrónia pollá) = Viele (glückliche) Jahre!
Wer sich einfach nur das merkt, hat viele Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Denn das kann man immer sagen, wenn es etwas zu feiern gibt, sei es Namenstag, Geburtstag, Hochzeit, Neujahr oder irgendein Kirchenfest, wie beispielsweise eines der vielen panigíria.

Doch wird der Reisende, wenn er in Griechenland unterwegs ist, bemerken, dass die Griechen je nachdem, welcher Tag der Osterzeit gerade ist, auch andere Ostergrüße und -wünsche gebrauchen:

Καλή Ανάσταση! (kalí anástasi!) = Gute Auferstehung!
sagt man von Gründonnerstag bis Ostersamstag

 

Osterei

Nachdem am Ostersamstag um Mitternacht Christi Auferstehung gefeiert wurde und das Heilige Feuer die Kerzen der Kirchgänger zum Leuchten gebracht hat, lautet der Ostergruß
Χριστός Ανέστη! (Christós Anésti!) = Christus ist auferstanden!
Darauf wird geantwortet mit:
Aληθώς Aνέστη! (Alithós Anésti!) = Wahrhaftig auferstanden!

Damit will ich auch allen meinen Lesern, die heute griechisch orthodoxe Ostern feiern, von Herzen ein frohes Fest wünschen!

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„Griechenland hat mich gerettet“ – Felix Leopold über seine Kunst und seine Wahlheimat

21. April 2016

Felix LeopoldMit seinem Programm „Lieder vom Meer“ tourt er gerade durch Deutschland und Österreich – der mit seiner griechischen Frau in Thessaloniki lebende deutsche Liedermacher und -übersetzer Felix Leopold.

Vor seinem Konzert in der Augsburger Kresslesmühle war er so freundlich, mir einige  Fragen zu seiner Kunst und seinem Leben in Griechenland zu beantworten.

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Frohe Ostern schon mal!

27. März 2016

Ostereier

Allen Lesern schon mal ein frohes Osterfest! Denn die meisten davon leben ja in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das καλό Πάσχα! (sprich: kaloo pas-cha! = Frohe Ostern auf Griechisch) und Χριστός ανέστη! (sprich: Christos anesti = Christus ist auferstanden = der traditionelle griechische Ostergruß) hebe ich mir für die orthodoxen Ostern auf, die die Griechen im Jahr 2016 am 1. Mai feiern.

Hier einige Links zu Artikeln über das griechische Osterfest:

> Pascha – Griechische Ostern

> Die Große Woche vor dem griechischen Osterfest

> Griechische Ostern – andere Termine, andere Bräuche

> Krisenostern 2012

 

 

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Griechischer Karneval 2016

21. Februar 2016

Wenn dieses Jahr in den westlichen Ländern der Karnevalsspaß schon lang vorbei ist und die Zeichen auf Fasten stehen, geht es 2016 in Griechenland gerade erst so richtig los mit der närrischen Zeit und dem damit verbundenen Brauchtum.

Boules von NaoussaDie Karnevalstermine richten sich in Ost und West gleichermaßen  nach dem Osterfest, das jedoch im orthodoxen Griechenland nach dem julianischen, statt nach dem in den Westkirchen und dem weltlichen Leben maßgeblichen gregorianischen Kalender bestimmt wird. Somit fallen die Termine nur ab und zu zusammen. Meist unterscheiden sie sich.

Anders als in westlichen Karnevalshochburgen, wo schon am 11. November der Vorjahrs um 11.11 Uhr die Karnevalssession eröffnet wird, wird in Griechenland traditionell erst drei Wochen vor dem dort als Fastenbeginn geltenden „sauberen Montag“ der Karnevalsauftakt proklamiert. Nur  die griechische Karnevalsmetropole Patras legt schon immer etwas eher los.

Triodion am Sonntag, 21. Februar 2016 und Profoni-Woche

Ab diesem Sonntag folgt die griechisch-orthodoxe Kirche der  Triodion-Lithurgie für die Wochen vor Ostern.  Der Name leitet sich von den drei Oden ab, die gesungen werden. Mit Trommelwirbel haben traditionell Stadtschreier ab dem Tridiontag den Fastnachtbeginn verkündet. Deshalb wird die erste griechische Karnevalswoche profoni genannt, was Ankündigungswoche bedeutet.

Kreatini-Woche mit dem Tsiknopempti am Donnerstag, den 3. März 2016

In dieser Woche darf an allen Tagen Fleisch gegessen werden, während ab der folgenden Woche bereits neben Vegetarischem nur noch Milchprodukte auf dem Speiseplan stehen sollen, bevor schließlich die eigentliche Fastenzeit mit ihren strengen orthodoxen Regeln beginnt. Kreas ist das griechische Wort für Fleisch. Davon leitet sich der Name kreatini für diese Woche ab, die am Donnerstag ihren Höhepunkt hat. An diesem tsiknopempti (was man in etwa mit rauchigem Donnerstag übersetzen kann) wird bei Fleisch vom Grill gefeiert.

Höhepunkt der griechischen Fastnacht:  Freitag, 11. März. bis Sonntag, 13. März 2016

Von tyri, dem auf dem letzten Buchstaben betonten griechischen Wort für Käse hat die letzte griechische Karnevalswoche ihren Namen tirofagou (Woche der Käsekost). Vor allem am Wochenende gibt  es in vielen griechischen Städten zum Karnevalsausklang Paraden und Musik auf öffentlichen Plätzen und Straßen.

Katheri Deftera: Montag, 14. März 2016

Katheri Deftera” bedeutet “Sauberer Montag” – ein gesetzlicher Feiertag in Griechenland, mit dem die Fastenzeit beginnt. An diesem Tag dürfen gemäß den komplizierten orthodoxen Fastenregeln noch Fische, Weichtiere und Meeresfrüchte verzehrt werden, während später im Lauf der Fastenzeit auch teils streng vegane Kost geboten ist.  Am liebsten verbringen die Griechen diesen Feiertag im Freien bei einem reichhaltigen Picknick aus den erlaubten Speisen und Drachensteigen.

Bildquelle: By Thanasis Paparnakis via www.travel-thessaloniki.gr
Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA 2.0

 

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Früchte Griechenlands: Zitrusfrüchte und Kumquat

12. Februar 2016

Zitronen und Orangen

PorosLemonodasosSüdfrüchte nennt man die Zitrusfrüchte gern auch. Denn nur in südlicher Sonne wollen sie so richtig gedeihen und den herrlichen Duft ihrer Blüten verbreiten. Ursprünglich aus dem tropischen und subtropischen Südosten Asiens stammend, sind Zitrusfrüchte heute in Griechenland allgegenwärtig. Sie zieren Gärten, bilden aber auch ganze Wälder. Lemonodasos (Zitronenwald) nennt sich eine Gegend bei Galatas auf der Peloponnes gegenüber der Insel Poros mit Zitronen- und Orangenbäumen soweit das Auge reicht.

Citrus medica – die Namensgeberin der Zitrusfrüchte

ZitronatzitroneDie erste nach Europa eingeführte Zitrusfrucht, die namensgebend für die Gattung wurde, ist die heute Cetrit- oder Zirtronatzitrone genannte Citrus medica, die Alexander der Große von seinen Feldzügen mitbrachte. Ihre detaillierte Beschreibung findet sich bei dem Philosophen und Botaniker Theophrastos von Eresos (371-287 v.Chr.), der sie zur Abwehr von Motten empfiehlt. In der Küche verwendet man die Frucht vor allem zur Herstellung von Süßspeisen, Konfitüre und Likör. Ihre dicke Schale wird zu dem in der Backkunst beliebten Zitronat. Aus den Blättern des Baums stellt man auf der Kykladeninsel Naxos einen Kitro genannten Likör her, dessen  Bezeichnung als Κίτρο Νάξου oder Kitro aus Naxos durch die EU geschützt ist.

Kumquat – Früchtchen von Korfu

Kumquatblüte

Kumquatblüte

Eine Spezialität der ionischen Insel Korfu ist die zur Familie der Rautengewächste gehörende Kumquat, die an einem ungefähr zwei Meter hohen, leicht dornigen Strauch wächst. Die kleine, höchstens 5 Zentimeter lange, auch Fortunella genannte Kumquat ist ei- bis birnenförmig, orangefarben und schmeckt herb süß-sauer.Auf Grund ihres Äußeren wird sie auch Zwergorange genannt.Kumquat

Ihre feinporige Schale wird meist mitgegessen, denn schälte man die winzige Frucht, so bliebe nicht viel übrig. Ihr Inneres besteht aus fünf bis sechs Segmenten mit Kernen, die im Verhältnis zum kleinen Umfang der Frucht groß sind. Auch sie sind essbar, wenngleich leicht bitter. Es ist wohl gerade diese Vielfalt an verschiedenen Geschmacksnuancen in einer einzigen, kleinen Frucht, die ihren besonderen Reiz ausmacht – das Zusammenspiel zwischen der herben Nuance der Schale, dem süß-säuerliche Fruchtfleisch und den ein wenig bitteren Kernen. Und natürlich ist das Früchtchen hübsch anzusehen – auch schon bevor man hinein beißt. Gern werden seine sauer-herben Nuancen auch mit Zucker versüßt. Es gibt kaum einen Supermarkt oder Souvenirladen auf Korfu, der nicht Gläser mit Kumquat in Sirup, kandierte Kumquat und Kumquatlikör im Angebot hat. Als Κουμκουάτ Κέρκυρας oder Koum Kouat aus Korfu genieß auch dessen Bezeichnung EU-Schutz.

lemonodasos

Arbeiter beim Verladen von Zitrusfrüchten bei Galatas

Weitere Früchte Griechenlands:
< Feigen
< Granatäpfel

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Nix Aschermittwoch! – Jecken feiert mit den Griechen!

10. Februar 2016

Karneval auf Zakyntosh2016 schien nicht gerade ein gutes Jahr für die Jecken und Faschingsfans in Deutschland zu sein.

Im Norden hat es ihnen den Karneval verstürmt. Karnevalszüge mussten ganz abgesagt oder zumindest sturmfest gemacht und somit abgespeckt werden, um Windstärken bis zu 9 Beaufort zu trotzen.

Im Süden war den Narren die Faschingslaune vergangen, nachdem ein tragischen Zugunglück in den frühen Morgenstunden des Faschingsdienstags für Bestürzung sorgte und keine Lust an Fasching und Tollerei aufkommen ließ.

Jecken schaut nach Griechenland! – Die Düsseldorfer feiern dieses Jahr mit den Griechen

Und nun soll also mit dem Aschermittwoch „alles vorbei“ sein für dieses Jahr?! Aber nicht doch! Jecken feiert einfach mit den Griechen! Die Düsseldorfer, deren „Zoch“ am Rosenmontag, den 9. Februar, sturmbedingt ausfiel,  lassen sich das nicht zweimal sagen und holen ihn am 13. März nach – genau zum Höhepunkt des griechischen Karnevals 2016!

In Hellas hat der Karneval heute noch nicht einmal recht begonnen.

Anders als im Westen feiert man in Griechenland nicht schon vom 11.11. an Karneval. Alles konzentriert sich im Wesentlichen auf die letzten  drei Wochen vor Beginn der Fastenzeit. Nur die Karnevalshochburg Patras startet unabhängig vom Fastenbeginn stets Mitte Januar in die närrische Zeit. Die anderen Regionen Griechenlands  haben noch ein wenig Zeit. Fastenbeginn ist dieses Jahr am Montag, den 14. März. Denn Karfreitag ist im orthodoxen Griechenland 2016 erst am 29. April, also fünf Wochen später als im Westen. Das liegt daran, dass der ansonsten ganz ähnlichen Berechnung des Ostertermins ein anderer Kalender zugrunde liegt: Der für die orthodoxe Kirche maßgebliche julianische statt des gregorianischen. Somit ist am Sonntag vor Fastenbeginn, am 13. März 2016 der griechische Karnevalshöhepunkt.

Foto: Rob Wallace;  Lizenz: Creative Commons

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Kretische Musikgruppe Chainides auf Europatour

28. Januar 2016

ChainidesStart ist am 31. Januar in Amsterdam. Weiter geht es im Februar nach Brüssel, Zürich, München, Augsburg, Lausanne, Frankfurt und Berlin. Die Rebellen – wie ihr Name auf Deutsch übersetzt werden kann – touren mit ihrem Repertoire aus kretischer Volksmusik und davon inspirierten Eigenkompositionen durch Europa. 1990 wurde die Musikband gegründet. Inzwischen hat sie in Griechenland und im Ausland große Beliebtheit erlangt und einige CDs herausgebracht. Χαΐνηδες schreibt sich ihr Name auf Griechisch.  In lateinischen Buchstaben kann man das entweder phonetisch als Chainides  oder auch annähernd phonetisch Hainides wiedergeben oder buchstabengetreuer als Xainides. Im Video besingen sie eine griechische Taverne. Der Text des Liedes „To Kapilió“ steht griechisch und Englisch online.

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Früchte Griechenlands: Feigen

18. Januar 2016

Feigen

Kaufen kann man Feigen auch in nördlicheren und westlicheren Gefilden – erleben hingegen kann man sie nur in Griechenland.

Obsthändler beispielsweise in Deutschland und Österreich bieten manchmal importierte frische Feigen an, getrocknete haben vor allem im Winter ihre Saison. In manchen Gegenden, beispielsweise in den Weinanbaugebieten der Pfalz und Frankens, gedeihen Feigenbäume sogar an einem sonnigen Plätzchen – am liebsten mit einer wärmenden Hauswand im Rücken – und tragen Früchte. Manchmal nehme ich mir auch einige getrocknete Feigen aus Griechenland mit oder ein köstliches Glas Feigen in Sirup – oft ein Geschenk von griechischen Freunden, die einen Baum im Garten haben.  Zum unvergesslichen Erlebnis werden Feigen aber nur in Griechenland, wo sich die Bäume mit ihrem interessanten Wuchs, ihren weit ausladenden, sich windenden Ästen und ihren typischen großen, drei- bis fünflappigen, oben fast ledrigen und unten leicht flaumigen Blättern, bereits beim Annähern durch ihren Duft ankündigen. In ihrem Schatten ein wenig zu verweilen und den Duft einzuatmen – ein Genuß. Und dann vielleicht auch gleich noch frisch vom Ast eine der köstlichen Früchte gekostet! Genuß hoch zwei! Doch Vorsicht! – Manchmal sitzen Bienen oder Wespen in den Früchten – vor allem in den ganz reifen, die schon aufgeplatzt sind! Sie Früchte zu nennen ist eigentlich gar nicht korrekt. Es handelt sich um Scheinfrüchte, gebildet von einem Astteil, der zu einer fleischigen Tasche für die Blüten und Samen wird. Die entwickeln sich in deren Innerem, ohne je ans Licht zu kommen. Wenn ich eine Feige esse, kaue ich also verborgene Blüten, die eine einzigartige Textur bilden! Ispirierend! Und gesund obendrein. Vitamin B1 und zahlreiche Spurenelementen und Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Phosphor, Eisen und Zink stecken in der Feige.
feigenbaumSyko heißt die Feige auf Griechisch. Im Griechischen ist das Wort nicht wie im Deutschen weiblich, sondern sächlich, also:
to syko = die Feige; 
ta syka
= die Feigen im Plural

Die Feige zählt zu den ältesten kultivierten Nutzpflanzen und wird im gesamten Mittelmeerraum angebaut. Im antiken Griechenland gehörte sie zusammen mit Bohnen und Kichererbsen zu den wichtigen, alltäglichen Nahrungsmitteln. Man schrieb ihr aber auch aphrodisische Eigenschaften zu. Sie war dem Gott Dionysos eigen. In Attika hatte er den Beinamen philosykos (Feigenfreund), in Naxos nach der dortigen Bezeichnung für Feige meilichios. Deshalb wurde sein Bildnis oft aus Feigenholz geschnitzt ebenso wie die bei Dionysos-Prozessionen mitgeführten großen Phalli, die Heraklit erwähnte. Die Athener hielten einer Anekdote Plutarchs zufolge die Feigen für so bedeutend, dass sie die Ausfuhr verboten. Leute, die Verstöße gegen dieses Verbot anzeigten, nannte man Sykophanten, was zur Zeit Plutarchs zum allgemeinen Begriff für Denunzianten wurde.

Weitere Früchte Griechenlands:

< Granatäpfel

> Zitrusfrüchte und Kumquat

 

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Eine Frechheit gegenüber Griechenland wird gerügt

12. Januar 2016

Griechenland hat seine Hausaufgaben nicht gemacht.

Endlich ist dieser Satz, der weder in Politikermund noch auf Zeitungspapier gehört, dort aber im letzten Jahr inflationär zu finden war, ganz förmlich gerügt worden und zwar von der Jury aus Sprachwissenschaftlern für das „Unwort des Jahres„. Da ja ein „Unwort“ und nicht ein „Unsatz“ gekürt werden sollte, fiel zwar die Wahl für 2015 auf ein anderes Wort, nämlich „Gutmensch“.

Hausaufgaben„, das ja nur in diesem Kontext eine Anmaßung, Unverschämtheit und Frechheit impliziert und im allgemeinen Sprachgebrauch nicht angefochten werden soll, wurde lediglich mit einer Rüge belegt. Aber auch das ist ein längst fälliges, sehr angebrachtes Statement. In der Begründung heißt es:

In diesem Kontext degradiert das Wort souveräne Staaten bzw. deren
demokratisch gewählte Regierungen zu unmündigen Schulkindern: Ein Europa, in dem „Lehrer“ „Hausaufgaben“ verteilen und die „Schüler“ zurechtweisen, die diese nicht „erledigen“, entspringt einer Schule der Arroganz und nicht der Gemeinschaft. Das Wort ist deshalb als gegen die Prinzipien eines demokratischen Zusammenlebens in Europa verstoßend zu kritisieren.

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Früchte Griechenlands – Granatäpfel

1. Januar 2016

GrantapfelDie kleinen Grantapfelbäume oder -sträucher gedeihen gut in Griechenland. Sie zieren viele Gärten, in denen sie im Frühjahr mit ihren schönen Blüten und im Herbst mit ihren Früchten erfreuen. Granatäpfel stellen aber auch ein nicht unbedeutendes Agrarprodukt dar, das Genossenschaften wie die 2007 in der Nähe von Sparta in Nordgriechenland gegründete Elios Group tonnenweise produzieren.

Ródi heißt der Granatapfel auf Griechisch, rodiá der Granatapfelbaum. Von seiner Beliebtheit zeugen auch etliche Dörfer, die nach ihm benannt sind. Um sie zu unterscheiden, hängt man ihrem Namen einen Zusatz an, wie beispielsweise den Regierungsbezirk, zu dem der Ort gehört, bei Rodiá Irákliou auf Kreta.

Seit jeher ist die apfelgroße, auffallend schöne, im reifen Zustand organgefarben bis kräftig rote Frucht mit ihren Hunderten von essbaren, saftigen, durchscheinend roten Samen symbolträchtig.

Sie fand in der griechischen Antike bereits Erwähnung. Beispielsweise gehört sie neben Kuh, Kuckuck und Pfau zu den Attributen der Zeusgemahlin Hera.

Der vom Unterweltgott Hades in sein Totenreich entführten Zeustochter Persephone wurde sie zum Verhängnis. Hatte doch Göttervater Zeus beschlossen, sie aus der Unterwelt zurückkehren zu lassen, wenn sie dort nichts gegessen habe. Hades aber drückte ihr sechs Granatapfelkerne in den Mund. Damit wurde es nichts mit einer kompletten Rückkehr. Nur zwei Drittel des Jahres sollte Persephone zurück an die Seite ihrer Mutter Demeter kehren dürfen, das restliche Drittel hatte sie mit Hades in dessen düsterem Reich zu bleiben.

Heute symbolisiert der Granatapfel Fruchtbarkeit und Glück. Zu den Neujahrsbräuchen gehört es in Griechenland, einen Granatapfel in den Hauseingang zu werfen und sich bei seinem Aufplatzen Freude, Glück und Gesundheit zu wünschen.

Granatapfelbluete

Granatapfelbluete

Weitere Früchte Griechenlands:

> Feigen

> Zitrusfrüchte und Kumquat

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Guten Rutsch ins Neue Jahr!

31. Dezember 2015

Einen schönen Jahresausklang und Glück, Gesundheit und alles, was das Herz eines jeden Einzelnen sonst noch so begehren mag, für das Neue Jahr wünsche ich allen Lesern dieser Website!

Eine Stunde eher als in unserer Mitteleuropäischen Zeitzone schlägt heute in Griechenland die zwölfte Stunde und läutet das Neue Jahr ein. Das beginnt im Land der Hellenen gleich mit Geschenken. Denn die hat noch nicht der Weihnachtsmann oder das Christkindl gebracht. Dafür ist der Heilige Vasilius zuständig, dessen Tag der 1. Januar ist, so dass frühestens ab Mitternacht die Beschwerung beginnt. Man vertreibt sich die Zeit bis dahin gern in geselliger Runde. Viele frönen dabei dem Glücksspiel. Andere genießen bei Musik und Tanz. Dieses Hineinfeiern ins Neue Jahr nennt mit einem französischen Fremdwort revegion (sprich Revejon)

 

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Alkyonides / Alkioniden – Sommerwetter im Dez./Jan.

26. Dezember 2015

Ein Eisvogel im Schwebflug

In Eisvögel verwandelte Töchter des mythischen Alkyoneus bringen Sonne u. Wärme im Januar

Unter Alkyonides versteht man in Griechenland seit der Antike bis heute eine über mehrere Tage anhaltende Schönwetterphase irgendwann zwischen Weihnachten und Mitte Januar mit klarem, blauen Himmel und warmen Temperaturen. Vor allem im sonst allgemein um diese Zeit recht winterlich kühlen Zentral- und Nordgriechenland freut man sich alljährlich auf diese schönen, klaren Tage mit Temperaturen, die in  der Gegend von Athen mehr als 20 °C am Tage erreichen können.

Abgeleitet wird die Bezeichnung für dieses meteorologische Phänomen von den Töchtern des mythischen Alkyoneus, die in Eisvögel verwandelt wurden  – in alkyones, wie die antike Bezeichnung für diese Vögel lautetete. Ihnen zuliebe – damit sie nicht frieren – richete Gottvater Zeus die Schönwetterperiode mitten im Winter ein.

Drei dieser vogelgewordenen Töchter, nämlich  Methone, Anthe und Pallene gaben auch drei Saturnmonden den Namen, die gemeinsam auch Alkyoniden genannt werden.

Schließlich trägt auch ein winziges Inselgrüppchen im Korinthischen Golf den Namen Alkioniden.

Fotoquelle: Von Joefrei (Eigenes Werk unter Lizenz CC BY-SA 3.0 ), via Wikimedia Commons

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Frohe Weihnachten! – Kala Christoujenna!

24. Dezember 2015

Kala Christoujenna!  (Frohe Weihnachten!)  möchte ich allen meinen Lesern  mit einem traditionellen  griechischen Weihnachtslied, begleitet von typischen Szenen der griechischen Weihnachtszeit wünchen. In Griechenland ziehen heute die Kinder von Tür zu Tür, um zu fragen „Na ta pume?“ („Sollen wir sie vortragen?) . Gemeint sind alte, Kalanda genannte Lieder wie dieses, mit denen sie den Beginn der dodekaimero (Zwölftage) genannten Festzeit zwischen dem Weihnachtsfest und dem 6. Januar, an dem die orthodoxen Griechen das Epiphanie-Fest feiern,  einsingen.

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