17. November – Gedenktag an Aufstand gegen Militärjunta

17. November 2015

Alljährlich gehen in Athen und anderen Städten Griechenlands am 17. November Tausende auf die Straßen, um mit Gedenkmärschen, Kranz- und Blumenniederlegungen und Kundgebungen an den am 17. November 1973 blutig niedergeschlagenen Aufstand gegen die damals herrschende Militärjunta zu erinnern. Erst in der Folge dieses Aufstands gewann Griechenland im Sommer 1974 endlich nach 7-jähriger, von Repressionen, Verhaftungen, Folter und Deportation geprägten Militärdiktatur seine Demokratie wieder.

Ausgangs- und blutiger Endpunkt des Aufstands vom November 1973 war die kurz Polytechnio (bzw. anders transkribiert Polytexneio ) genannte Athener Polytechnische Hochschule.  Mit dem Slogan “Brot, Bildung, Freiheit” der Studenten identifizierten sich bald auch andere Teile der griechischen Bevölkerung, die sich ihrem Protest anschlossen. Das Militär antwortete auf die Protestversammlungen mit Soldaten und Panzern und stellte den sich daraufhin im Universitätsgelände verbarrikadierten Protestierenden ein Ultimatum, das Universitätstor zu öffnen. Die Studenten stimmten daraufhin lediglich die griechische Nationalhymne an. Um 2.30 Uhr morgens am 17.11.1973 durchbrach schließlich ein Panzer mit hoher Geschwindigkeit das Tor ohne Rücksicht auf die dahinter Versammelten. Soldaten und Polizei marschierten ein und drängten sie zusammen. Lang blieb im Unklaren, wieviele dabei getötet und verletzt wurden. Nachforschungen der EIA (National Hellenic Research Foundation) im Jahr 2003 ergaben, dass es 24 Todesopfer unter den Zivilisten und mehr als Tausend Verletzte waren und dass 886 Menschen in der Folge verhaftet worden sind.

Auch bei den heutigen Gedenkmärschen und -versammlungen ist wieder der Ruf nach „Brot, Bildung, Freiheit“ zu hören und auf Transparenten zu lesen. Denn in der aktuellen Krise mit Ihren Sparmaßnahmen und Einschränkungen erscheinen diese Forderungen vielen Menschen in Griechenland  wieder an Aktualität gewonnen zu haben.  So manch einer von ihnen fühlt sich heute an die Zeit der Diktatur erinnert. Darum wird dieser Gedenktag mit großen Emotionen begangen.

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