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Das letzte Adieu – Erzählband von Vassilis Vassilikos

18. Oktober 2010

Eine Lektüre, die auf die Zeit des Totengedenkens hinführen und sie begleiten kann, handelt sie doch immer wieder von Abschied und Trauer, ebenso sehr jedoch von der Liebe.

798684867590Dreißig Jahre nach der griechischen Erstveröffentlichung ist 2010 der Erzählband „Das letzte Adieu“ des bedeutenden griechischen Autors Vassilis Vassilikos ( exakter aus der griechischen Schrift transkribiert als Vasilis Vasilikos ) endlich auf Deutsch erschienen.

Kettenerzählung steht unter dem Titel. Doch viel weniger Glieder einer Kette als vielmehr Fäden eines Gewebes sind die einundzwanzig Geschichten des Buchs – Fäden eines zauberhaften Gespinsts aus Rückblenden, Erinnerungen und immer wieder auftauchenden Motiven. Leitmotive sind tiefe, reine Liebe und Abschied, Tod. Eines von beiden steht im Zentrum aller Geschichten, meist beide zusammen. Fast nie haben die Liebenden einen Namen. Sie sind einfach Er und Sie. Manchmal erkennt man die gleichen Protagonisten an verschiedenen Orten und in verschiedenen Situationen wieder – Künstler im Exil, sie mit langer, schwarzer Haarpracht. Dann wieder sind es andere Paare, um die es sich handelt. Handlungsorte sind europäische und kanadische Großstädte und griechische Landschaften. Wie zu erwarten von dem 1934 geborenen, politisch engagierten Autor, der während der griechischen Diktatur selbst viele Jahre im Exil verbracht hatte, fallen – teils raffiniert verschlüsselt – Anspielungen auf die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in seinem Land. Fußnoten sorgen dafür, dass sie auch von Nichtgriechen verstanden werden. Auch die eingestreuten Zitate aus griechischen Liedern und Gedichten werden erläutert. So vermittelt der Erzählband auch Hintergrundverständnis und versetzt den Leser in die Lage, die Herangehensweise des Autors an die großen, alle Menschen bewegenden Themen Liebe und Tod als eine von griechischer Kultur und Geschichte geprägte zu erkennen.

Zum Autor:
Vasílis Vasilikós wurde im Jahr 1934 geboren. Er war unter anderem als Schriftsteller, Journalist, Diplomat und beim Griechischen Fernsehen tätig. Auch im Ausland bekannt wurde er vor allem durch seinen politischen Roman ›Z‹, der von Costa-Gavrás mit den Schaupielern Yves Montand, Irene Papas und Jean-Louis Trintignant und der Musik von Míkis Theodorákis verfilmt wurde und zwei Oscars sowie weitere Auszeichnungen erhielt. Inspiriert von der Ermordung des Oppositionellen Grigoris Lamprakis ( Lambrakis ) hat er die Geschehnisse des Griechenlands der sechziger Jahre zum Gegenstand und handelt von politischem Mord, Machtstrategien und Korruption.

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