Eine Frechheit gegenüber Griechenland wird gerügt

12. Januar 2016

Griechenland hat seine Hausaufgaben nicht gemacht.

Endlich ist dieser Satz, der weder in Politikermund noch auf Zeitungspapier gehört, dort aber im letzten Jahr inflationär zu finden war, ganz förmlich gerügt worden und zwar von der Jury aus Sprachwissenschaftlern für das „Unwort des Jahres„. Da ja ein „Unwort“ und nicht ein „Unsatz“ gekürt werden sollte, fiel zwar die Wahl für 2015 auf ein anderes Wort, nämlich „Gutmensch“.

Hausaufgaben„, das ja nur in diesem Kontext eine Anmaßung, Unverschämtheit und Frechheit impliziert und im allgemeinen Sprachgebrauch nicht angefochten werden soll, wurde lediglich mit einer Rüge belegt. Aber auch das ist ein längst fälliges, sehr angebrachtes Statement. In der Begründung heißt es:

In diesem Kontext degradiert das Wort souveräne Staaten bzw. deren
demokratisch gewählte Regierungen zu unmündigen Schulkindern: Ein Europa, in dem „Lehrer“ „Hausaufgaben“ verteilen und die „Schüler“ zurechtweisen, die diese nicht „erledigen“, entspringt einer Schule der Arroganz und nicht der Gemeinschaft. Das Wort ist deshalb als gegen die Prinzipien eines demokratischen Zusammenlebens in Europa verstoßend zu kritisieren.

Raum+Zeit - über alles, was die beiden füllt: Landschaften, Inseln, Jahres- und Tageszeiten, ...