Georgios? Giorgos? Jorgos? Georgos? Giorgaki?

13. Oktober 2009

Griechische Vornamen und Übertragung ins lateinische Alphabet

Wie heißt er nun, der neue griechische Ministerpräsident? Papandreou. Ja, klar. Doch der Vorname? Mal liest man Giorgos, mal Georgios, mal Georgos, mal Jorgos, mal Giorgaki, ganz abgesehen davon dass englische Medien den Namen zu George anglizieren, deutsche zuweilen zu Georg verdeutschen. Ein Teil der Verwirrung ist in der griechischen Sprache begründet, der Großteil jedoch in der Umschrift der griechischen Buchstaben in das lateinische Alphabet.

Im Griechischen sind die Formen Giorgos und Georgos sowie Giorgakis gebräuchlich. Erstere zwei sind Variationen, die durch die jahrhundertelang in Griechenland gebräuchlichen zwei Paralellsprachen „Dimotiki“ und „Katherevoussa“ bedingt sind, von denen sich die „Volkssprache“ Dimotiki und somit auch die Form Giorgos durchgesetzt hat. Die letzte Variante ist eine Verkleinerungsform. Solche Diminutive werden nicht nur als Kosenamen verwendet, sondern auch, um verschiedene Familienmitglieder gleichen Namens zu unterscheiden. Da Giorgos A. Papandreou einer Politikerdynastie entspringt, in der auch Vater und Großvater an der Spitze des Landes standen und der Großvater den gleichen Namen wie er – nämlich Giorgos Papandreou – trug, setzte sich bei den Griechen zur Unterscheidung für den Enkel vom Opa die Bezeichnung Giorgakis (kleiner Georg) durch. Nach griechischer Tradition werden Kinder nach ihren Großeltern benannt, die erstgeborenen zumindest, wie auch im Fall von Giorgis Papandreou geschehen. So geschieht es oft, dass bei Familientreffen mehrere Kinder einer Generation den gleichen Vornahmen haben. Darum sind Spitznamen, Kurz- und Kosenamen schon aus Unterscheidungszwecken gebräuchlich. Oft, aber nicht ausschließlich, werden sie bei männlichen Namen durch die Anhängung von „akis“ gebildet. Zuweilen wird jedoch auch statt dessen die Silbe „oulis“ angehängt oder man lässt statt dessen Silben oder Buchstaben des Namens weg. So mag von den drei Buben, die dem Opa Panagiotis zum Namenstag gratulieren, der eine auf die Kurzform „Panos“ hören, der zweite „Giotis“ und der gritte Panais genannt werden. Aus Petros kann Petrakis oder Petroulis werden.

Soweit die Varianten im Griechischen. Weitere Variationen in ausländischen Medien ergeben sich durch Verdeutschung bzw. Anglizierung des Eigennamens, mehr noch jedoch durch die ganz verschieden gehandhabte Transkription der griechischen Buchstaben in lateinische.

Das ‚g‘, also das griechische’Gamma‘, ist einer der am unterschiedlichsten transkribierten griechischen Buchstaben. Steht es vor einem der Vokale ‚e‘ oder ‚i‘ so wird es ‚j‘ gesprochen, wie eben in Giorgos. Darum wählen einige Medien im deutschsprachigen Raum die phonetischste Umschreibung ‚Jorgos“. Gebräuchlicher ist jedoch Giorgos oder Georgos.

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