Griechische Helden: Grigoris Lambrakis

17. November 2014
Lambrakis

Ehrenmal v. Vasilis Doropoulos f. Lambrakis in Thessaloniki

Der Politiker, Mediziner und Athlet Grigoris Lambrakis gilt in Griechenland als Symbol der Unbeugsamkeit und der Demokratie.

Besonders an Gedenktagen, wie demjenigen am 17. November zu Ehren der Opfer des blutig niedergeschlagenen Studentenaufstands von 1973 gegen die Obristendiktatur, wird sein von Vasilis Doropoulos geschaffenes Ehrenmal in Thessaloniki mit vielen Blumen geschmückt.

Lambrakis wurde am 3. April 1912 in dem Dorf Kerasitsa im Distrikt Tegea (Arkadien, Peloponnes) geboren. Am 27. Mai 1963 erlag er seinen Verletzungen, nachdem er in Thessaloniki nach einer Friedensdemo von einem Lieferwagen überrollt worden war. Weil er Zeit seines Lebens viele Morddrohungen erhalten hatte, Lenker und Beifahrer des Autos Rechtsextremisten waren und die Umstände darauf hindeuteten, gingen seine Anhänger von Mord aus und empörten sich, als die Anklage in der Folge nur auf Körperverletzung mit Todesfolge lautete. Hunderttausende folgtem seinem Sarg bei seiner Beerdigung und riefen immer wieder „Er lebt!“ (im Griechischen geschrieben „Ζεί!“, was wie „sie“ im Deutschen ausgesprochen wird). Darauf wurde der  griechische Buchstabe Z (Ζήτα)  zum Erkennungszeichen und zur Losung der pazifistischen und sozialen linken Opposition des Landes und Vassilis Vassilikos schrieb seinen Roman Z, der später durch Costa-Gavras verfilmt wurde und dessen Vorlage die Vorgänge um Lambrakis Tod waren.

Zeit seines Lebens hatte  sich Lambrakis politisch, pazifistisch und sozial engagiert. Während der Besetzung Griechenlands von 1941 bis 1944 war er aktiv im griechischen Widerstand gewesen. 1943 hatte er die „Union Griechischer Athleten“ gegründet.Die Einnahmen der von ihr veranstalteten Wettkämpfe hatten der Finanzierung von Essensausgabe an die hungernde Bevölkerung gedient.  1961 war Lambrakis ins griechische Parlament gewählt worden. Der „Ur-Marathon“, der alljährlich im Herbst auf der Originalstrecke von Marathon nach Athen gelaufen wird, wurde ihm gewidmet. Denn am 21. April 1963 war er diese Strecke allein mit einer Friedensfahne in der Hand marschiert, nachdem das was ursprünglich als Pazifisten-Rallye gedacht war, mit einem Verbot belegt worden war, woraufhin viele Teilnehmer verhaftete worden sind, darunter auch der beliebte und ähnlich engagierte griechische Musiker  Mikis Theodorakis. Nur Lambrakis hatte niemand an diesem Marsch hindern können, da ihn seine parlamentarische Immunität geschützt hatte.

Bildquelle: Anazo via Wikimedia commons, Lizenz Creative Commons Attribution Share (CC BY-SA 3.0)

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