Griechische Helden: Mikis Theodorakis

29. Juli 2014

Heute soll hier einmal ein griechischer Held unserer Tage vorgestellt werden: Mikis Theodorakis. Warum ich den am 29.  Juli 1925 geborenen Komponisten, Schriftsteller und Politiker unter die griechischen Helden einreihe? Im Ausland ist er vor allem als Musiker bekannt, dessen Chansons und Filmmusiken vielen als „die griechische Musik“ schlechthin im Ohr sind, allen voran die für den Film „Alexis Sorbas“, zu der der wohl am meisten in Touristenherbergen getanzte griechische Tanz „Sirtaki“ zählt. Doch Oeuvre und Biographie dieses großen Griechen bilden eine Einheit, die zu seiner Wahrnehmung in Griechenland nicht nur als großer Künstler, sondern als Vorbild, Leitbild und Idol geführt hat. Mit Leib und Seele ist er Musiker und Grieche. Immer wieder wird er – bis hinein in sein vorgerücktes Alter von nunmehr 89 Jahren – auch politisch aktiv. Darum nannte ich ihn trotz seines hohen Alters zu Beginn einen Held unserer Tage. Seit das von der Finanzkrise gebeutelte Griechenland einen viele Menschen in arge Bedrängnis bringenden brutalen Sparkurs fahren muss, stand er immer wieder mit den griechischen Wutbürgern, die gegen immer neue Einschnürungen ihrer Lebensgrundlagen aufbegehrt haben, auf den Plätzen und Straßen Athens, hielt Ansprachen und suchte mit ihnen nach Wegen hinaus aus teils unerträglichen Zuständen, atmete Tränengasschwaden ein und setzte sich trotz angeschlagener Gesundheit Strapazen aus, wie er sie seit seiner frühen Jugend zu ertragen gewohnt war. Seine Jugendjahre fielen in die Besatzungs- und Bürgerkriegszeit in Griechenland, in der er immer wieder heldenhaft seinen Mann stand und oft verfolgt, eingekerkert, grausam gefoltert und verbannt wurde. Er war ein Mitbegründer der Lambrakis-Jugend und ihr erster Vorstand und zog als Abgeordneter ins Parlament ein. 1967 verbot die Militärchunta seine Lieder. Im Untergrund fand in ihnen der Widerstand gegen die Diktatur seinen klanghaften Ausdruck, während sich Theodorakis in Haft und Verbannung befand.

Bildquelle: Heinrich Klaffs via Wikipedia und Flickr; Lizenz Creative Commons 2.0 Generic

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