Griechische Würze – Mastix

29. November 2015

masticha

Seit Jahrtausenden bewährt

Wie so viele griechische Spezialitäten hat Mastích(a) (auch Mastix oder Mastik genannt) eine jahrtausendealte Tradition und ist noch heute in Griechenland beliebt. Mastícha ist eines der rund tausend Arzneimittel, die der Arzt und Botaniker Dioscorides im ersten Jahrhundert in seiner Materia Medica beschrieb. Es handelt sich dabei um das Harz des auch ›Wilde Pistazie‹ genannten Mastíchastrauches (Pistacia lentiscus).

Chios – Die Mastixinsel

Obwohl der Mastixstrauch in der ganzen Mittelmeerregion verbreitet ist, kommt es ganz auf den Standort an, ob sich aus seinem Harz das hoch geschätzte Mastícha gewinnen lässt. Tradition, besondere Qualität und eine geschützte Herkunftsbezeichnung hat der Mastícha der ostägäischen Insel Chíos, wo die Sträucher und kleinen Bäumchen besonders ertragreich sind. Vier bis fünf Kilogramm liefert hier ein einzelner Strauch.

Mastix-Pistazien-Baum (Pistacia lentiscus) © Hans Hillewaert /via Wikimedia Commons

Die darauf spezialisierten Mastíchadörfer (Mastichochória) im Süden der Insel brachten ihren Bewohnern einst reiche Einkünfte, von denen noch ihre prachtvollen Häuser mit einem einzigartigem Kratzputzdekor auf den Fassaden zeugen. Denn Mastícha wurde früher auch viel ins Ausland exportiert – für medizinische Präparate ebenso wie als Firnisbestandteil. Inzwischen gibt es für letzteren Zweck haltbarere und widerstandsfähigere Produkte und sind viele der Mastixsträuche der Insel verheerenden Waldbränden zum Opfer gefallen, so dass die heutige Mastícha-Produktion nicht mehr den einstigen Stellenwert hat.

Mastix heute in Küche und Produkten Griechenlands und in Spezialanwendungen weltweit

Dennoch ist auch heute noch Mastix oder Mastícha in Griechenland als Würze in der Küche und bei der Herstellung von Süßigkeiten und Spirituosen sowie als Kaugummi beliebt. Die an fast jedem griechischen Kiosk erhältliche Kaugummimarke ELMA enthält natürlichen Mastícha als Aromastoff. Man kaut die kleinen, erstarrten Harztropfen aber auch wie eh und je ganz einfach pur oder zusammen mit reinem Bienenwachs. Das schmeckt nicht nur, es hat auch antibakterielle Wirkung und macht einen frischen Atem.

Doch auch in der Maskenbildnerei hat Mastix auch heute noch seinen festen Platz. Es lassen sich damit Bärte und Latexteile ankleben und täuschend echte Brandwunden simulieren. Auch manche Kosmetika und Räuchermittel enthalten Masticha.

Einkaufstipp:
ELMA-Kaugummis mit echtem Mastícha gibt es in Griechenland fast in jedem Kiosk und
Supermarkt zu kaufen.
Reines Mastícha sowie eine große Auswahl an mastixhaltigen Produkten, wie Zahnpasta, Kosmetika, Süßigkeiten, Likör u.v.m. bekommt man natürlich auf der Insel Chíos, aber auch in den ›mastíhashops‹ im Internet sowie am Athener Elefthérios Venizélos-Flughafen, in der Stadt Athen (Panepistimiou-Str. 6, tel: 210 3632750) und in einigen anderen Städten wie Thessaloníki, und Vólos.

Leib+Seele - über alles, was es für beide an Griechischem zu genießen gibt