Kalter Kaffee – heiß geliebt

1. April 2011

Über die Erfindung des Nescafe frape

Nescafe FrapeDer Kaffee ist das Lebenselexir der Griechen. Der Klassiker unter den griechischen Kaffeegetränken ist der griechische Mokka. Noch besser als vor einem der winzigen Tassen, in denen er mitsamt dem Kaffeemehl serviert wird, lässt es sich aber vor einem kalten Kaffeeshake mit Eiswürfeln stundenlang sitzen und plaudern, wie es die Griechen gern tun. Nescafe frappé (in Griechenland einfach frape geschrieben) wird dieses Getränk genannt.

Heute gibt es ähnliche, kalte schaumige Kaffeekreationen in vielen Ländern.  Als ihr Erfinder gilt jedoch der Grieche Dimitris Vakondios. Die Künstler Panayiota Theofilatou & Tassos Papaioannou haben ihm und seiner Erfindung gerade ein vierteiliges Portät gewidmet.

Es war eine Zufallserfindung, die der Angestellte der Firma Nestlé 1957 auf der alljährlichen internationalen Herbstmesse in Thessaloniki machte.  Sie zeugt von dem Ideenreichtum, mit dem Griechen aufwarten, wenn es darum geht auf einfache Weise ihre Bedürfnisse zu befriedigen.

Die Firma Nestle stellte damals neben ihrem Instantkaffee auch einen neuen Kinderkakao vor, ein schokoladenhaltiges Pulver, das  in einem Shaker mit Milch gemischt wurde. Als Dimitris Vakondios Kaffeedurst bekam, aber kein heißes Wasser zur Zubereitung eines Nescafé auftreiben konnte, griff er einfach zu dem Shaker. Er füllte ihn statt mit Kakaopulver und Milch mit Instantkaffee, Wasser und etwas Zucker und begann das Gemisch zu schütteln. Schmeckte hervorragend. Nicht nur ihm damals, sondern unzähligen Griechen und Touristen seither.

Noch heute ist der große Vorzug dieses Getränks nicht nur sein erfrischender Geschmack, sondern auch seine Verfügbarkeit in allen Lebenslagen. Bestellt man ihn in einem Café, so kann man sich an einer dicken Schicht feinporigen Schaums erfreuen, die einem elektrischen Mixer zu verdanken ist. Sie ist so stabil, dass man den Genuss stundenlang ausdehnen kann, ohne dass sie zusammenfällt. Man kann sich das Gemix aber auch in einen Platikbecher füllen lassen und im Auto oder Bus mitnehmen, ohne dass es an Qualität einbüßt. Und auch wenn kein Café in Sicht ist, braucht man nicht ganz auf einen Frapé zu verzichten. Dafür gibt es in Kiosks, Mini- und Supermärkten Instantlösungen, die aus einer Plastiktüte bestehen, in der ein Schüttelbecher aus dünnem Plastik, ein Tütchen Kaffee und ein Tütchen Zucker stecken.

Leib+Seele - über alles, was es für beide an Griechischem zu genießen gibt

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  1. 20. Juni 2011, 07:17 | #1