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Lese- und Geschenktipp (nicht nur) zum Valentinstag: Daphnis und Chloe von Longos

8. Februar 2010

(Dieser Artikel wurde am 01.02.2017 aktualisiert)

Daphnis und Chloe von Cortot im Pariser Louvre

Daphnis und Chloe von Cortot im Pariser Louvre

… gegen die Liebe ist kein Kraut gewachsen, gegen sie hilft kein Trank, keine Speise, nichts, was in Zaubersprüchen gemurmelt wird, sondern nur Kuss und Umarmung und nackt beieinander zu liegen.

Vor mehr als 1700 Jahren wurden diese schlichten Worte geschrieben, an deren Wahrheit es nichts zu rütteln gibt. Sie stehen in dem Liebes- und Schäferroman „Daphnis und Chloe“ des griechischen Rhetorikers Longos , der in den folgenden Jahrhunderten bis hinein in die Neuzeit zahlreiche Nachahmer fand und zusammen mit ähnlichen Werken die Sparte der Bukolik, der „Schäferromane“ begründete.

Was über die Jahrhunderte immer wieder aufgelegt wurde und zahlreiche Künstler zu Musik, Bildern und Skulpturen inspirierte, liest sich auch heute noch überraschend zeitlos, vor allem für Verliebte. Mögen auch die meisten unter uns nicht mehr Pan und die Nympfen anflehen, wenn sie in Bedrängnis sind, so hofft doch noch der eine oder andere auf des Amors Pfeil (oder des Eros, wie der Liebesgott in der griechischen Mythologie genannt wird).

Die spannende Liebesgeschichte mit glücklichem Ausgang spielt auf der griechischen Ägäisinsel Lesbos. Sie erzählt von zwei Findelkindern, die inmitten einer unberührten Natur aufwachsen und sich und die Liebe entdecken. Dabei wird sie zu einer Liebesschule, die dem Eros huldigt und die körperliche Liebe als natürlichen Teil davon weder zu stark gewichtet, noch verteufelt. Weitab gesellschaftlicher Tabus gehen die beiden blutjungen Liebenden völlig unbefangen miteiander um, sucht sich der naive Daphnis, der nicht so recht weiß, was er mit seinem eigenen Liebesdrang und der reizenden Chloe anfangen soll, Anschauungsunterricht in der umgebenden Natur. Dennoch bewahrt Chloe ihre Jungfräulichkeit bis zum Happy End der Hochzeit. Instinktiv respektiert sie auch Daphnis, geleitet von Gott Eros, der über seine zwei Schützlinge wacht und weiß, was für sie das Beste ist. Derweil haben die beiden zahlreiche Abenteuer zu bestehen, die dafür sorgen, dass die Geschichte spannend bleibt und dass wir allerhand über das Leben in der damaligen Zeit und über die Landschaft der Insel erfahren. So ist das Werk nicht nur anregende Lektüre für Verliebte und Inspiration für hoffnungsvolle Herzensbrecher, sondern auch interessanter Lesestoff für Griechenlandreisende, vor allem solche, die sich auf einen Lesbosurlaub einstimmen oder an einen solchen erinnern wollen.

Das Werk liegt in mehreren Übersetzungen und Ausgaben vor.

Handlich und preiswert ist ein winziges, kommentiertes Bändchen aus dem Reclamverlag.

So ist das große Werk der Weltliteratur ein ideales kleines Valentinstagsgeschenk auch für den kleinen Geldbeutel ebenso wie eine praktische Reiselektüre für Griechenlandbesucher, die leicht im Gepäck Platz findet.

Übers., Anm. u. Nachw: Schönberger, Otto. 176 S., Euro 5,80
ISBN-13: 978-3150069110

 

Immer wieder wird das Werk auch illustriert. Eine sehr schöne Ausgabe mit Lithographien des Künstlers Marc Chagall  (1887-1985) ist leider zur Zeit nur im Antiquariat erhältlich.

Dafür hat sich nun auch Modeschöpfer Karl Lagerfeld von dem Thema inspierern lassen. Im Verlag Steidl Göttingen erschien 2014 das Werk des Longus als „Hirtengeschichten von Daphnis und Chloe“  in  der klassischen deutschen Übersetzung von Friedrich Jacobs von 1832 illustrier mit Karl Lagerfelds Fotos.

Gebundene Ausgabe, 128 S.,
EUR 15,80,
ISBN-13:
978-3869307565

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