Neuere griechische Geschichte im knappen Überblick

1. Juli 2009

Ereignisse der jüngeren Geschichte Griechenlands wirken in die griechische Gegenwartskultur und in die Biographien der Menschen hinein. Sie finden ihren Widerhall in der modernen griechisichen Literatur. Musikstile wie der Rembetiko entstanden unter ihrem Einfluss. Deshalb hier eine kleine Zusammenfassung der Geschichtsepochen der letzten Jahrhunderte mit Schwerpunkt auf das zwanzigste.

Griechische Geschichtsepochen der Neuzeit

 

1453-1821 Fremdherrschaft der Türken (Osmanen)
Den Beginn der „Tourkokratía“ markierte 1453 die osmanische Eroberung Konstantinopels. Nach und nach kommen Festland und Inseln (außer den ionischen) an das Osmanische Reich und leiden unter dem Joch der Fremdherrschaft, gegen das sie immer wieder aufbegehren
1821-1829 Griechischer Freiheitskampf gegen die Osmanen. Seinen Beginn markiert der 25. März 1821. Darum ist der am 25. März einer der zwei griechischen Nationalfeiertage
1830-1913 Entstehung und Ausdehnung der souveränen Nation – zunächst 1830 noch im wesentlichen auf Süd- und Zentralgriechenland mit Euböa und den Kykladen beschränkt, kamen im Laufe der Jahre weitere Gebiete an das Königreich Griechenland zurück (Ionische Inseln 1863, Kreta 1913)
1914-1923 1. Weltkrieg und Griechisch-Türkischer Krieg – Die Folge war die „Kleinasiatische Katastrophe
1924-1935 Griechenland ist Republik
1935-1941 restaurierte Monarchie und Metaxas-Diktatur
Zeit der Restriktionen und Verbote, unter die u.a. Bücher von Marx, Engels, Lenin, Dostojewski, Shaw, Heine und Goethe, ja selbst die „Antigone“ von Sophokles fielen. Noch heute stolz ist man auf den Widerstand gegen den Vormarsch der Italiener und das „Nein!“ („Ochi!“) zu Mussolinis Ultimatum, dem noch heute der Ochi-Tag, einer der zwei griechischen Nationalfeiertage, gewidmet ist.
1941-1944 Italienische und Deutsche Besetzung des Landes
und griechischer Widerstand dagegen
1945-1949 Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und Royalisten
1950-1967 Zeit des Aufbaus – rechtslastige Regierungen, Unstabilität und die Bildung eines „Parakratos“ genannten „Nebenstaates“, getragen von Militär, Polizei und Geheimbünden, behinderten zunächst den gesellschaftlichen und kulturellen Aufschwung. 1952 bekam das Land eine neue Verfassung. Die Ermordung des linken Friedensaktivisten Grigóris Lambrákis 1963 gab Anlass zu umfangreichen Protesten und einem Schulterschluss linksorientierter und fortschrittlicher Kräfte, die eine Aufbruchstimmung verbreiteten.
1967-1974 Obristen-Diktatur (gr. Chúnta ton Sintagmatarchón, Χούντα των Συνταγματαρχών, deshalb oft kurz „die Chunta (Junta) genannt) – In diese von Repressionen, Verhaftungen, Folterungen und Deportationen geprägte Zeit fällt 1973 das Aufbegeheren und die blutige Niederschlagung der Studentenrevolte im Athener Polytechnikum.
ab 1974 Demokratischer Staat – in diese Zeit fällt 1981 der Beitritt Griechenlands zur Europäischen Gemeinschaft (EWG damals).

Raum+Zeit - über alles, was die beiden füllt: Landschaften, Inseln, Jahres- und Tageszeiten, ...