Sex in der Antike

12. Dezember 2009

Wer schon immer wissen wollte, wie es Götter und Sterbliche in der Zeit vom 6. Jahrhundert v.Chr. bis zum 4. Jh. n. Chr. trieben, der sollte jetzt nach Athen reisen und in das Kykladen-Museum gehen. Dort läuft seit dem 10. Dezember 2009 und noch bis zum 5. April 2010 die Ausstellung „Eros – From Hesiods Theogony to Late Antiquity“, die Eros in all seiner Glorie im Wandel der Jahrhunderte zeigt.

Wer sich die Reise nicht leisten kann, findet auch auf der englischsprachigen Ausstellungs-Website neben Informationen zu der Schau allerhand wissenswertes rund um die Materie. Das reicht von Themen wie Prostitution, Pädophilie und homoerotischer Liebe bis zu Liebesaffären der Götter und Sterblichen in der Antike, einschließlich solcher die den Lauf der Geschichte änderten. Bestückt ist die Schau mit rund 270 Exponaten expliziten Inhalts, die aus verschiedenen griechischen und europäischen Museen stammen, darunter Phallussymbole, erotische Darstellungen auf Vasen und Gemmen, erotische Skulpturen und in Ton geritzte Liebesbriefe.

Die Ausstellung versucht aufzuzeigen, wie sich das Erosbild im Laufe der Jahrhunderte wandelte von der Vorstellung eines mächtigen Gottes zu Beginn hin zum bei den Römern als Amor oder Cupidus bekannten Gespielen der Venus. Eros ist der griechische Gott der Liebe. In der frühen Mythologie entsprang Eros dem Chaos und brachte Uranus, den Himmel, mit Gaia, der Erde, zusammen. Später wird er als Sohn der Aphrodite betrachtet, der Göttin der Schönheit und der sexuellen Liebe. Einige Mythen sagen der Vater des Eros sei der Kriegsgott Ares gewesen, während andere die Vaterschaft dem Göttervater Zeus oder Götterboten Hermes zuschreiben. Frühe Literatur und Kunst stellt ihn als starken, athletischen jungen Mann dar. Allmählich ließ man ihn immer jünger werden bis er in der hellenischen Zeit als Kind und schließlich Baby mit Flügeln, Pfeil und Bogen dargestellt wurde. Wen sein Pfeil trifft, den überkommt die Liebe.

Nicht jugendfrei ist das oberste Stockwerk der Ausstellung, das unter 16-jährige nicht ohne erwachsene Begleitung besuchen sollen. Dort sind Exponate zur homoerotischen Liebe, Päderastie und hier als „bukolische Liebesbeziehung“ bezeichneten Sodomie und weiteren in unseren Zeiten als pervers empfundenen Liebespraktiken zu sehen.

Leib+Seele - über alles, was es für beide an Griechischem zu genießen gibt