Sparweihnacht 2011

10. Dezember 2011

Ist auch das größte Fest im griechisch orthodoxen Jahreszyklus das Oster- und nicht das Weihnachtsfest, so gibt es natürlich auch um Christi Geburt zahlreiche Weihnachtsbräuche in Griechenland. Nicht nur in den Familien wird gefeiert. Auch viele Gemeinden versuchen ihren Bürgern und vor allem den Kindern mit Weihnachtsdekorationen und Veranstaltungen eine stimmungsvolle und fröhliche Weihnachtszeit zu bescheren. Viel davon fällt allerdings dieses Jahr viel sparsamer aus als in den Vorjahren. Kreativität statt Kommerz stehen im Mittelpunkt.

So soll sich beispielsweise in Athen der zentrale  Syntagma-Platz, den in den vergangenen Jahren ein riesiger Weihnachtsbaum schmückte, auch 2011 wenigstens zum Ausklang des Jahres im festlichen, fröhlichen Gewand zeigen. Das Jahr hindurch hatten auf diesem Hauptplatz der griechischen Metropole statt dessen wütende, nicht selten von Zusammenstößen mit der Polizei begleitete Proteste gegen die Sparmaßnahmen der Regierung das Bild beherrscht. Ganz blieben sie auch nicht aus, als am gestrigen Freitag der Athener Bürgermeister Giorgos Kaminis die diesjährige Athener Weihnacht eröffnete. Seine Ansprache wurde von Buh-Rufen begleitet und nach dem Auftritt des städtischen Orchesters machte die nächste Musikgruppe auf ihre schlechten Arbeitsbedingungen aufmerksam. Bald darauf begannen Jugendliche ihre eigenen Versionen von Weihnachtsliedern mit Protesttexten zu singen. Insgesamt waren viel weniger Athener als in den Vorjahren waren gekommen, um der Eröffnung der diesjährigen Athener Sparweihnacht beizuwohnen.

Ein knappes Zehntel des Budgets der Vorjahre steht dieses Jahr für Dekorationen, Feuerwerk und Veranstaltungen zur Verfügung. Weniger als 200.000 Euro statt der 2 Millionen, die 2008 vor Einbruch der Wirtschaftskrise aufgewendet wurden. So wird auf einen großen Weihnachtsbaum verzichtet. Statt dessen haben Kinder aus Recycling-Material wie alten Milchbehältern Weihnachtsschmuck für die natürlichen Bäume des Platzes gebastelt. Studenten haben hölzerne Baumskulpturen geschaffen. 700 Künstler sollen auf freiwilliger Basis während der nächsten Festwochen bis zum Neujahr für Unterhaltung sorgen. Aktive Teilnahme, Solidarität und Optimismus soll laut Bürgermeister Kaminis das Motto lauten. Weitere Zentren der städtischen Weihnachtsfeierlichkeiten sollen die Plätze Klafthmonos und Kotzia sein. Informationen über die geplanten Aktionen und Veranstaltungen gibt es auf der englischsprachigen offiziellen Besucher-Website der Stadt Athen.

Quellen: Griechische Tageszeitung Kathimerini und GRReporter

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