Wahrzeichen Thessalonikis zu verkaufen?!

6. Juni 2011
Foto: tom.tziros, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

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„Poleitai“ (gesprochen polite, bedeutend „zu verkaufen“) stand auf Thessalonikis Wahrzeichen, dem „Weißen Turm“,  zu lesen während einer der Protestversammlungen der  Aganaktismeni, der  Empörten oder Wütenden, wie sich die landesweite Bewegung wütender Bürger selbst bezeichnet. Wutgriechen nenne ich sie in Anlehnung an unsere Wutbürger. Seit dem 25. Mai – seit nunmehr bereits 12 Tagen – füllen zehntausende von ihnen die großen Plätze vieler Städte des Landes und geben friedlich in Diskussionen und Ansprachen, auf Transparenten und Plakaten  ihrer Verärgerung Ausdruck – über Politik, vermutete Ursachen der Krise, Lebensumstände und vieles mehr.
Ich hoffe mal, der Anschlag „Zu verkaufen“ auf Thessalonikis im 15.-16. Jahrhundert errichteten „Weißen Turm“ soll nur die zahlreichen Privatisierungen und Verkäufe von Staatseigentum im Zuge der versuchten Krisenrettung thematisieren, obwohl man angesichts von Plänen, Häfen zu veräußern und Anregungen, Inseln zu verkaufen, ja vor nichts ganz sicher sein kann.

Auch Prominente, wie der bedeutende griechische Komponist und Kämpfer Mikis Theodorakis gesellen sich zu den versammelten Wutgriechen und halten Ansprachen. Versuchten die großen Medien in Griechenland und noch mehr im Ausland diese riesige Bewegung zunächst weitgehend zu ignorieren, so kommen auch sie mittlerweile nicht mehr umhin, darüber zu berichten, wie beispielsweise heute die Tageszeitung Kathimerini, die über mehr als 50.000 Menschen auf dem Athener Syntagma Platz und den angrenzenden Straßen an diesem Sonntag, den 5. Juni 2011, berichtet.

Raum+Zeit - über alles, was die beiden füllt: Landschaften, Inseln, Jahres- und Tageszeiten, ...