Weihnacht in Griechenland

11. Dezember 2010
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Foto: V a ∫ i ℓ i, Lizenz cc

Auch in Griechenland steht der Dezember im Zeichen des Weihnachstfests.
Doch ist die Weihnacht im orthodoxen Griechenland nicht wie in westlichen christlichen Religionen das größte Fest im Jahreszyklus. Weitaus bedeutender ist das Osterfest. Und in früheren Jahrhunderten war auch das Epifania-Fest am 6. Januar (Theofania) wichtiger als die Weihnacht.  Die 12-tägige, Dodekaimero genannte Weihnachtszeit ist von vielen alten Bräuchen geprägt. Vorausgegangen ist ihr eine Fastenzeit. Streng genommen sollte sie 40 Tage betragen. Viele reduzieren sie jedoch heute auf wenige Tag vor dem Fest.

Bräuche zum Fest

Den Weihnachtsbaum mag wohl der Bayerische Prinz Otto eingeführt haben, der ab 1832 als erster König des damals neu entstandenen Königreichs regierte. Die Angleichung und Kommerzialisierung der Bräuche verschiedener Länder in unserer heutigen, globalisierten Welt taten ein Übriges dazu, dass heute auf den ersten Blick die Weihnachtsdekorationen den unseren recht ähnlich erscheinen. So schmücken heute viele Griechen einen Weihnachtsbaum, obwohl Fichten und Tannen rar im Land sind und es ältere und für Griechenland mit mehr Sinn erfüllte Bräuche gibt, die fortbestehen und auf die man sich zunehmend rückbesinnt.

Das Karavaki, das Weihnachtsboot

Ein bedeutendes Symbol der großen Seefahrernation Griechenland für das Weihnachtsfest ist das Schiff. Familien stellen zu Hause kleine Boote mit einem Licht darin auf, das während der Feiertage bis zum Epiphanie-Tag am 6. Januar brennt. Manche von ihnen sehen darin einen Schrein für die Seeleute der Familie, die das Fest auf hoher See statt im Kreis der Ihren verbringen.

Auch auf einigen öffentlichen Plätzen stehen lichtergeschmückte Boote statt Weihnachtsbäumen, z.B. auf der Insel Chios, in Chania auf Kreta, auf auf dem Aristotelis-Platz in Thessaloniki

Geschmückte Olivenzweige

Mancherorts, wie beispielsweise auf Lesbos, wird zum Fest ein Ölbaumzweig mit Orangen und vergoldeten Nüssen geschmückt.

Kalanda und Bescherung

Geschenke für die Kinder gibt es in Griechenland nicht am 24. Dezember, sondern erst zum Jahreswechsel. Gebracht werden sie von dem Heiligen Vassilis ( Basil ).  Am 24. Dezember, unserem Heiligen Abend,  gehen die Kinder statt dessen von Tür zu Tür und tragen – von metallenen Triangeln begleitet – sehr alte und regional ganz unterschiedliche Gesänge, die sogenannten Kalanda vor. Zur Belohnung gibt es einige Münzen. Damit beginnt die dodekaimero genannte zwölftägige Weihnachtszeit.

Kobolde

Kalikanzari heißen die rotäugigen, behaarten, nachtaktiven, boshaften Kobolde, die allerhand Unheil anrichten, beispielsweise das Herdfeuer löschen und die Milch sauer werden lassen. Um sie zu bannen, muss während der Weihnachtszeit, zu der sie ihr sonstiges Quartier unter der Erde verlassen, stets ein Feuer im Haus brennen. Dem gleichen Zweck dient eine Wasserschüssel mit einem Basilikumzweig und einem Kreuz, aus der täglich gesprenkelt wird.

Weihnachtsgebäck

Traditionelle Weihnachtsgebäcksorten sind sirupgetränkte Melomakarona und Kourambiedes genannte Butterplätzchen mit Mandeln und Puderzucker. In vielen Familien ist es auch Tradition große, kunstvoll verzierte Leibe süßen Brots, das Christopsomo, zu backen.

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