Autorin

Heidi JovanovicHeidi Jovanovic

Heidi Jovanovic arbeitet als Autorin, freie Journalistin und Übersetzerin und liebt das Reisen. Zahlreiche Länder auf fünf Kontinenten hat sie bereits auf eigene Faust besucht. Auf Reisen ist sie stets, auch wenn sie gerade nicht unterwegs ist. Dann finden die Reisen im Kopf statt, dann ist die Zeit der Vor- und Nachfreude, die die Beschäftigung mit der Kultur des fernen Landes bietet.

Ihre Bücher über Griechenland

Fettnäpfchenführer Griechenland

Blaue Wunder im Land der Götter

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Griechenland erlebenGriechenland erleben

Mehr als Säulen und Sonne – Genuss, Kultur und Lebensart

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Interview mit der Autorin

Vollständiger Name: Heidi Jovanovic

Geboren: 1954 in Deggendorf

Warum sind Sie Autor/in geworden?

Zuvor als Übersetzerin tätig, war ich es wohl auch ein wenig leid, nur immer das zu übersetzen, was andere geschrieben hatten. Doch schließlich waren es aber wohl die Themen, die mir am Herzen lagen, die mich zum Schreiben drängten.

Was empfinden Sie an Reisen als lohnenswert?

1. Den Standortwechsel, im wörtlichen wie im übertragenen Sinne. 2. Die neue Perspektive. 3. Das Gefühl, in den Wochen, die man unterwegs ist, intensiver zu leben, zu sich selbst zu kommen, da man zwangsläufig Ballast zurücklässt. 4. Abstand zu gewinnen, nicht nur im räumlichen, sondern auch im übertragenen Sinn. 5. Immer wieder Neubeginn und Abschied zu spüren, als läge ein ganzes eigenständiges Leben in einer jeden Reise, ja zuweilen in jeder Etappe.

Welcher ist für Sie der schönste Platz der Welt?

Eine griechische Ägäisinsel. Dabei möchte ich mich nicht festlegen, welche, wohl eher eine der kleineren, wie Sifnos, Skopelos, Thassos oder Samothraki. Jede ist eine kleine Welt für sich und das reizvolle ist wohl gerade, immer wieder eine neue zu entdecken.

An welcher Expedition hätten Sie gerne teilgenommen oder würden Sie gerne teilnehmen?

Mich der strengen Disziplin einer Expedition unterzuordnen, würde mir schwer fallen. Da ich am liebsten zweckfrei und allein mit meinem Mann oder guten Freunden unterwegs bin und mir schon Reisegruppen ein Gräuel sind, drängt es mich nicht gerade, mich einer Expedition anzuschließen. Zum Glück sind heutzutage die meisten Ziele gut auf eigene Faust allein zu bereisen. Allenfalls ein Blick von außen auf unsere Erde wäre es mir vielleicht noch wert, mich einer Expedition anzuschließen. Doch wenn es in den Weltraum geht, spricht man schon wieder eher von Mission als von Expedition, was für mich einen noch abschreckenderen Klang hat.

Welches kulturelle Missverständnis nagt immer noch an Ihnen?

Kleine, alltägliche Missverständnisse können nicht ausbleiben, wenn man sich aus seinem vertrauten Kulturkreis hinaus bewegt, seien sie sprachlicher oder kultureller Natur. Doch wirklich an mir genagt hat bislang keines von ihnen. Von Mensch zu Mensch lassen sich unterschiedliche Auffassungen, Gewohnheiten, Verhaltens- und Ausdrucksformen gut mit Offenheit und Humor überbrücken. Erst wenn Menschen Druck, Zwängen und Machtstrukturen ausgeliefert sind, beginnt es wirklich schlimm zu werden. Was an einem nagt sind wohl Nachrichten von Blutrache, Mitgiftmorden, Zwangsehen, schlimmstenfalls denen minderjähriger Mädchen mit Männern im Greisenalter. Weder ihre Rechtfertigung durch eine fremde Kultur noch die Allgemeingültigkeit unserer Auffassung von guter Lebensweise, Recht und Unrecht mag ich gelten lassen.

Haben Sie eine Erkenntnis, die Sie loswerden möchten?

Eine Erkenntnis in Bezug aufs Reisen? Am besten reist es sich möglichst unbeschwert. Sowohl ein Zuviel an Koffern und Taschen als auch ein Zuviel an eigenem Standpunkt, eigenen Gewohnheiten und Alltags-Ich mitzuschleppen erweist sich als hinderlich.

Wohin geht Ihre Reise in der Zukunft?

Wohin mich eine Zeitreise führen sollte, wenn sie mir vergönnt wäre? Ist das die Frage? Ich würde es mit der Bewegung in der Zeit ähnlich wie mit der Bewegung im Raum halten. Möglichst viele Stationen abklappern, bevor ich mich für eine Lieblingsepoche entscheide. Während ich beim räumlichen Reisen jedoch erst einmal mit den Fernzielen begann, bevor ich mich wieder auf näher liegendes bescheiden wollte, würde ich in der Zeit erst einmal nicht allzuweit hinaus wollen. Vielleicht als erste Etappe ein Besuch im Jahr 2100? Mal sehen, ob unsere Erde bis dahin ihre arg strapaziöse organische und speziell menschliche Last noch trägt. Wenn ja und wenn die Orientierung zu diesem Zeitpunkt noch einigermaßen gelingt, dann gern auch – ganz peu á peu – ein paar Jahrzehntchen weiter.