Mit der Fähre in Griechenland unterwegs

30. August 2009

faehre

Ein wesentlicher Teil griechischer Mobilität sind die Fähren. Viele Inseln werden nicht angeflogen, sondern sind nur auf dem Wasserweg erreichbar. Gerade sie haben sich oft mehr an Ruhe und Ursprünglichkeit bewahrt, als bequemer ans Verkehrsnetz angebundene. Sehr abwechslungsreich kann man eine Griechenlandreise gestalten, wenn man mit der Fähre von Insel zu Insel „hüpft“ und sich so eine dieser ganz eigenen kleinen Welten nach der anderen erschließt. Darum werden in diesem Artikel einige praktische Tipps für Fährreisen innerhalb des Landes gegeben. Außerdem enthält er Links zu Fahrplänen sowie zu privaten Reiseberichten vom „Inselspringen“.

Auskunft und Fahrkartenkauf

Vor Ort

Die meisten Ziele werden von mehreren Fährgesellschaften angefahren, die nicht gerade gut kooperieren. Will man sich vor Ort über alle Verbindungen erkundigen, kann es deshalb notwendig sein, mehrere Büros zu besuchen oder anzurufen. Denn viele verkaufen nur Tickets einer Reederei oder vielleicht auch mehrerer, jedoch nicht aller.

Vorausbuchung bzw. rechtzeitiger Ticketkauf empfehlen sich vor allem wenn man ein Fahrzeug mitnehmen will. Passagiere finden meist auch kurzfristig noch Platz. Ausnahmen können die Hauptsaison im Juli / August sowie Ostern, Pfingsten und weitere griechische Feiertage sein. Dabei gilt es nicht nur die gesetzlichen Feiertage zu beachten. Auch lokale Pilger- und Kirchenfeste können für volle Auslastung der betroffenen Strecken sorgen. Das Buch ‚Griechenland erleben – Mehr als Säulen und Sonne‚ enthält einen Festtagskalender mit den gesetzlichen Feiertagen und den wichtigsten lokalen Kirchenfesten, die man bei der Reiseplanung beachten sollte.

Im Internet

GREEK TRAVEL PAGES – zwar nur auf Englisch (und Griechisch) verfügbar, doch so übersichtlich und intuitiv aufgebaut, dass Sprachschwierigkeiten kaum im Weg stehen dürften. Diese Website brilliert vor allem mit einer guten, umfassenden Suchmaske für internationale ebenso wie für innergriechische Fährverbindungen, über die man auch kleinere, teils private Linien findet. Daneben umfasst sie auch Unterkünfte und weitere Informationen zu Zielgebieten.

GREEKFERRIES – auch auf Deutsch und mit Buchungsmöglichkeit verfügbare Informationen zu nationalen sowie internationalen Fährverbindungen.

ADAC – Informationen und Buchungssystem auf Deutsch

Reiseplanung

Mit Fahrplanänderungen und Ausfällen rechnen!

Viele der  innergriechischen Schiffsverbindungen ändern ihre Fahrpläne häufig. Das betrifft vor allem kleinere Gesellschaften von vorwiegend lokaler Bedeutung, während die großen Linien  stabilere Fahrpläne haben. Oft  stehen Fahrtzeiten  nur für die nächsten acht Tage einigermaßen fest. Und selbst innerhalb derer kann es plötzliche Streichungen geben, beispielsweise wenn ein technischer Defekt an einem Schiff auftritt, vor allem aber wetterbedingt. Ab Windstärke 9 verkehren generell keine Fähren mehr. Teils wird der Vorkehr auch schon bei darunter liegenden Windstärken eingestellt, wenn es sich um kleinere Schiffe und/oder besonders gefährdee Strecken handelt. Hat man feste Weiter- oder Rückreisetermine, so sollte man deshalb das Wetter beobachten, sich Abfahrtszeiten kurzfristig bestätigen lassen und eventuell kleine „Zeitpuffer“ in den Reiseplan aufnehmen.

An Bord

Jede Fähre hat ihren Namen

Im Inlandsverkehr sind Fähren ganz verschiedener Arten und Größen und unterschiedlichen Alters unterwegs, für die auch unterschiedliche Fahrpreise gelten. Meist sind sie auf die Namen von Heiligen getauft, die – neben der Angabe der Fährgesellschaft – auch auf den Fahrplänen und Tickets stehen. So erkennt man „seine Fähre“ gleich im Hafen oder bei der Einfahrt.

Komfort an Bord

In der Regel sind die Fähren geräumig und bieten reichlich Passagierplätze auf Freiluftdecks und in Innenräume mit Salons und oft auch bequem verstellbare Pullmansessel. Gegen Aufpreis sind auf manchen auch Kabinen verfügbar. Fast immer werden auch Getränke und Speisen, zumindest kleine Snacks verkauft.
Vor allem auf den größeren Fähren spürt man kaum den Wellengang. Ist man mit kleineren bzw. bei stürmischem Wetter unterwegs, kann es für Empfindliche jedoch empfehlenswert sein, ein Mittel gegen Seekrankheit im Bordgepäck zu haben.
Beim Telefonieren mit dem Handy an Board sollte man daran denken, dass man vielleicht nicht im griechischen oder einen anderen ausländischen Netz unterwegs ist, sondern möglicherweise Verbindungen zu ganz anderen Gebühren als den gewohnten oder einem vom Anbieter für das europäische Ausland zugesagten über Wireless Maritime Service (WMS) oder schiffseigene Satellitenverbindungen kommuniziert.

Reisegepäck

Nimmt man sein Fahrzeug mit auf die Fähre, so ist daran zu denken, dass man in der Regel während der Fahrt keinen Zugang zu ihm hat. Was man an Bord braucht, sollte man also getrennt packen und mitnehmen.

Auch ansonsten empfiehlt es sich, sein Gepäck zu trennen in leichtes Bordgepäck (vorzugsweise einen Rucksack) und schwere bzw. unhandliche Koffer oder Taschen, die man unten im Gepäckraum zurücklässt. Es wird einen zwar normalerweise niemand daran hindern, sein gesamtes Gepäck während der Fahrt stets bei sich zu behalten. Doch sind funktionierende Lifts oder Rolltreppen im Inlandsverkehr die Ausnahme. Meist gilt es zumindest eine recht steile Treppe hinaufzugehen, um zum ersten Passagierdeck zu kommen. Weitere Treppen führen zu Freiluftflächen und, auf den größeren Fähren, weiteren Decks. So ist es angenehmer, sich mit kleinen Gepäck frei bewegen zu können. Vorsichtige Naturen werden in dieses leichte Bordgepäck neben allem, was man unterwegs brauchen kann, auch Wertgegenstände und schwer wiederzubeschaffende Dinge wie Medikamente, Papiere, elektronische Geräte und deren Zubehör etc. packen. Will man sich während der Fahrt im Freien aufhalten, wo man am besten den Blick auf die Abfahrts- und Ankunftsorte, die umliegenden Inseln und Festlandsküsten, die die Fahrt begleitenden Möwen und – wenn man Glück hat – Delphine genießen kann, so ist man meist einem mehr oder weniger starken Fahrtwind ausgesetzt. Also Jacke, evt. Stirnband oder windfeste Mütze und Sonnenschutz nicht vergessen! Auch einen Ferngucker kann man oft gut gebrauchen, wenn man sich während der Fahrt neugierig umsehen will. Will man an Deck schlafen, ist ein Schlafsack praktisch. Denn es kann auch in Sommernächten auf See kalt werden.

Reiseberichte und Impressionen im Internet

Inselspringen auf den Westkykladen im Herbst 2008 (private Website der Autorin)

Photoimpressionen von den Westkykladen (private Website)

Östliche Ägäis: Samos und die nördlichen Dodekanen (private Website der Autorin)

Nissomanie (private Website über zahlreiche griechische Inseln)

Informationen über Schiffe und deren aktuelle Positition

Marinetraffic.com  – auf der englischsprachigen Website erfährt man nicht nur technische Details einzelner Schiffe, man kann sie sogar orten und ihrer Route folgen.

Fährentests des ADAC

Der ADAC hat 2009 innergriechische Fähren getestet. Von 14 getesteten Schiffen erhielt nur eines die Note „sehr gut“, fünf wurden als „gut“ eingestuft. Der Rest war „mangelhaft“ bzw. „sehr mangelhaft“. Beim letzten, umfangreicheren, internationalen Test 2006 hatten die griechischen Fährbetreiber verhältnismäßig gut abgeschnitten und mit der Fähre „Olympic Champion“ der Gesellschaft Anek Lines, die in allen Kategorien Bestnoten erzielte, den Testsieger gestellt.

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