Palmsonntag in Griechenland

28. April 2013

Mit dem Palmsonntag (Kyriaki ton Vajon)  oder Lazarus-Sonntag (Kyriaki tou Lazarou) beginnt in Griechenland die „Große Woche“ ( Megali Evdomada ), wie die unserer Karwoche entsprechende Woche vor dem griechischen Osterfest heißt. Auf der Insel Korfu im ionischen Meer findet an dem Tag eine große Prozession zu Ehren des Inselheiligen, des Heiligen Spyridon, statt.

Doch nicht nur auf der ionischen Insel, sondern in ganz Griechenland, kommt dem Tag eine besondere Bedeutung zu.

Es ist Brauch, ein spezielles, lazarakia genanntes Gebäck zu backen. Sein Teig darf keine tierischen Bestandteile enthalten, da in der Karwoche oder “Großen Woche”strenge Fastenregeln gelten, die von vielen Griechen befolgt werden, auch wenn sie nicht die volle 46-tägige Osterfastenzeit einhalten. Zumindest in den letzten Tagen vor Ostern fasten die meisten und heben sich ihren Appetit für das Osterlamm auf, die griechische Osterspezialität. Die Lazarakia haben die Form von kleinen, in ein Leichentuch gewickelten menschlichen Körpern, mit Gewürznelken als Augen. Sie sollen an das im Johannesevangelium beschriebene Wunder der Auferweckung des Lazarus von den Toten erinnern.

Ähnlich wie für die Weihnacht und das Neujahr gibt es auch für den Palmsonntag spezielle, kalanda genannte Lieder. Die Mädchen, die in den Dörfern von Haus zu Haus ziehen und sie vortragen, werden Lazarines genannt.

Raum+Zeit - über alles, was die beiden füllt: Landschaften, Inseln, Jahres- und Tageszeiten, ...