Struktur des griechischen Karnevals

5. Februar 2017

boulesNaoussaApókries nennt man den Karneval in Griechenland, was „weg vom Fleisch“ bedeutet. Denn Schritt für Schritt beginnt in hier bereits während im Fasching der Weg zur fleischlosen Kost.

In vielem gleicht der griechische Karneval dem westlicher Länder. In vielem ist er aber auch anders.
Die Unterschiede beginnen schon beim Termin. Nicht bereits am 11.11. um 11:11 Uhr wie beispielsweise in vielen deutschen Gegenden, sondern erst wesentlich später, nämlich drei Wochen vor der 40-tägigen Oster-Fastenzeit beginnt der Karneval traditionell in Griechenland. Nur in wenigen griechischen Karnevalshochburgen ist der Karnevalsauftakt etwas früher, so beispielsweise in Patra am 17. Januar. Doch überall haben die eigentlichen, traditionellen drei Wochen der Fastnacht  die gleiche, deutlich strukturierte traditionelle Bedeutung.

Profoni ist die Ankündigungswoche, in der traditionell Trommelwirbel oder Stadtschreier die Karnevalszeit verkünden.

Kreatini bedeutet Fleischwoche. Denn nach strengen griechisch orthodoxen Fastenregeln ist diese zweite Woche der Karnevalszeit bereits die letzte, in der Fleischkonsum erlaubt ist.  Das wird vor allem am Donnerstag dieser Woche, dem Tsiknopempti (verbrannt riechenden Donnerstag, oder freier übersetzt Grilldonnerstag) ausgelassen mit Barbecues, Musik und Tanz gefeiert.

Tyrofagou (Käsewoche) wird die dritte griechische Karnevalswoche genannt. Denn nun ist Fleisch bereits aus der Speisekarte der orthodoxen Gläubigen gestrichen, während Käse, Milchprodukte und Eier noch erlaubt sind, bevor die Fastenregeln noch enger werden.

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